Übersicht der Angelmethoden

24.11.2015 19:49

Im Folgenden wird zum Verständnis für den Nichtangler ein kurzer Einblick in die unterschiedlichen Angelmethoden gegeben. Dies bildet eine grobe Grundlage für die anschließende Ermittlung der Störfaktoren und für die Bewertung der Empfindlichkeiten. Man unterscheidet das Angeln mit Kunstködern (Spinnfischen) und das Ansitzen. Beim Angeln mit Kunstködern gibt es zwei Haupttechniken, das einfache Spinnen und das Fliegenfischen, wobei in folgender Abhandlung auf das Fliegenfischen verzichtet wird, da diese Technik hauptsächlich bei Salmoniden genutzt wird und im Unteren Odertal keine Anwendung findet. Das Spinnfischen ist ein aktives Angeln. Diese interessante und sportliche Technik erfreut sich in letzter Zeit zunehmender Beliebtheit. Hier werden mit speziellen Kunstködern in verschiedene Farben, Formen und Größe, unterschiedliche Wassertiefen und Gewässerabschnitte abgefischt und den Raubfischen nachgestellt.

Der Angler hat dabei nur eine kleine Menge an Ausrüstung dabei und geht im Gegensatz zum Ansitzen oft eine große Fläche entlang einer Uferstrecke ab und legt so lange Strecken entlang von sensiblen Bereichen zurück. Teilweise dringt der Angler mit Hilfe einer so genannten Wathose sogar in sensiblere Bereiche im Gewässer ein und nähert sich, oft unwissend, gefährlich nah an Bereiche mit Wasser brütenden Vogelarten, wie beispielsweise Seeschwalben. Beim Ansitzen wird zwischen Angeln mit der Pose, Grundangeln und Stippfischen unterschieden (CALIGIANI 2000). Das Ansitzen ist die älteste und zugleich einfachste Technik beim Angeln auf Süßwasserfische.

Diese Methode nutzt das natürliche Nahrungsverhalten der meisten Fische, besonders der Friedfische. Köder sind hier in der Regel natürliche Köder wie Würmer, Teigwaren, Fischfetzen oder auch Köderfische. Der Angler sucht sich eine geeignete Angelstelle und baut in der Regel seine komplette Ausrüstung auf. Hierzu gehören beispielsweise neben Ruten und den dazugehörigen Rutenhaltern auch Stühle, Karpfenliegen, Zelte oder Schirmzelte, Taschen und vieles mehr. Während an der Oder aufgrund der starken Strömung hauptsächlich das Grundangeln praktiziert wird, ist an den Gewässern in den Poldern keine eindeutige Tendenz zu erwarten. Ausgenommen während der Schonzeiten (Februar bis Mai) für Raubfische, diese wirkt sich unmittelbar auf das Spinnfischen aus und verbietet selbiges. Beide Angelmethoden können sowohl vom Land als auch vom Boot aus praktiziert werden.

Quellen: CALIGIANI, A., 2000: Angeln, Ausrüstung-Techniken- Fische-Süßwasser-Mer-Küste. Neuer Kaiser Verlag: Klagenfurt, 223 S.

Text:  "Konflikte zwischen Naturschutz und Angelsport im Nationalpark Unteres Odertal am Beispiel betroffener Vogelarten" - Camilo Rodorff - Juli 2009 Technische Universität Berlin