Indirekte Störungen Angelsport 24.11.2015 19:47

Die indirekten Störungen sind in der Regel Folgen aufgrund von mechanischer Wirkung durch Tritt, Lagern, Befahren; Schadstoff- und Nährstoffeintrag und die damit verbundene Veränderung der ökologischen Verhältnisse.

Weg und Angelstelle

Hiermit sind mechanische Wirkungen durch Tritt, Lagern und Befahren gemeint. Mögliche Folgen sind Schädigung oder Zerstörung des Bewuchses, potenzielle Bodenverdichtung, Bodenerosion und Veränderung / Beeinträchtigung von Lebensräumen und Arten. Beim Ansitzen mit vollständiger Ausrüstung (Angelstühle, Schirmzelt, Taschen, Gerätekoffer, Rutenauflagen etc.) wird eine mehrere Quadratmeter große Fläche beeinträchtigt. Dies äußert sich z.B. durch die Verdichtung der Bodenoberfläche und Zerstörung von Schilfbereichen. Diese mechanischen Wirkungen können eine Beseitigung von möglichen Brut- und Nistplätzen nach sich ziehen.

Hausmüll und Angelreste

Leider sind immer wieder zurückgelassene Müllberge an Angelstellen anzutreffen. Zurückgelassene Abfälle, wie beispielsweise scharfkantige Dosen, Tüten, oder sonstige Abfälle, oft durch die Verpflegung über mehrere Stunden hinweg entstanden, stellen eine Gefahr für Vögel dar sowie eine nachhaltige Beeinträchtigung der Natur. Angelbleie aber auch Angelschnurreste, sind gefährliche Überbleibsel eines Angeltages. Gerade nach einem in einer nichterreichbaren Entfernung hängen gebliebenen Köder (so genannter Hänger), reißt gezwungener Maßen oft die Angelschnur. An diesen Schnurresten können sich Vögel verfangen und verenden. Aber auch Vergiftung durch Angelblei oder sonstige Müllreste sind mögliche Belastungen, die insbesondere durch den Angler entstehen können. Diese gewonnenen Informationen zu den unterschiedlichen Störreizen bilden die Grundlage für die folgende Bewertung. Die direkten und indirekten Störreize dienen als Wirkfaktoren für die Ermittlung der Empfindlichkeiten der betroffenen Vogelarten.

Text: "Konflikte zwischen Naturschutz und Angelsport im Nationalpark Unteres Odertal am Beispiel betroffener Vogelarten" - Camilo Rodorff - Juli 2009 Technische Universität Berlin